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Laienspiritualität 79:
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Agnostizismus: die Basis für Glaube und Hoffnung


© Rudolf Fiala,14.9.2015     rev 18.06.2022


Diese Homepage und der damit verbundene Selbststudiums-Prozess, aber auch manche hier zitierten Worte Prominenter führten zu einer auf den ersten Blick erstaunlichen Schlussfolgerung, besonders unter Berücksichtigung des verborgenen und unerkennbaren Gottes:

Glaube und gläubige Hoffnung ist nur auf Basis des Agnostizismus möglich!

a) Atheismus einerseits, und b) kirchlicher, praktizierter Theismus beliebiger Ausformung andererseits, sind ja behaupteter Weise "Wissen"! Gruppenwissen im geschützten und verteidigten Lebensraum.

zu a): Der Atheist vermutet ja zu wissen, dass es keinen Gott gibt. Für Glaube kein Platz. Gern zitiert: "Glaube braucht ja nur der, der nichts weiß".
Punktum....

Der Atheismus (a) ist eine weltanschauliche Haltung, wie der Theismus (b) aber auch.

zu b): Die strikt verankerten Theisten (Deisten) haben ja ihre klerikalen Glaubens-"Gesetze", Schriften, Dogmen, Fundamentalismen, Traditionen etc. und einen ausgeprägten Gruppenzusammenhalt, sie brauchen daher formell keinen Glauben, sie "wissen" ja ohnedies alles ekklesial Relevante. Meinen sie ...

Somit bei b): selbsterschaffenes Wissen, teilweise durch Jahrtausende, und bedingungslos als "Lehrmeinung" anerkannt. Auch wenn es voll von Widersprüchen ist, die jede Anerkennung als Wissenschaft unmöglich macht. Schlicht eine gut organisierte einträgliche Kunstform ohne Beweiskraft einer wirklichen, von menschlicher Manipulation freien Richtigkeit. Unwirklich, somit "Tand, Tand aus Menschenhand..."
Oder wie
radikal Karl Barth in seinem berühmten Paragraph 17 von KD I/2 (1937) der Religionskritik an der fast 2000-jährigen Fehlentwicklung des Christentums, die im Versagen gegenüber der Hitlerdiktatur unübersehbar wurde, definiert: "Religion ist Unglaube"

Demgegenüber ein Agnostiker: Er gibt zu, nichts "zu wissen" und wenn er eine für ihn wichtige Sehnsucht nach einem fühlbaren göttlichen Wirken, also nach Transzendenz hat, bleibt ihm nur die Hoffnung - ohne manipulativen Beweiskonstrukten.
Apropos Transzendenz: H.-M. Barth's Definition: "Transzendenz" ist nicht, wie die Dinge sind, sondern was sie mir/uns bedeuten!

Der Agnostizismus ist eine erkenntnistheoretische Position.

Zum Abschluss dieser erstaunlich kurzen Abhandlung:
In den 
 Worten Prominenter (Abhandlung Nr.4) finde Sie einige Beispiele für überraschender Weise angewandten Agnostizismus von kirchlich tätigen , auch hochrangigen Personen. Eine dabei spürbare Resignation mag wohl ihren Grund in dem letztendlich unbeweisbaren Scheinwissen des Klerikalismus finden.

Ein sehr interessanter, ja mich eigentlich emotional berührender fundamentalismusfreier Fund aus der Kath. Glaubenswelt (nicht in der Abhandlung Nr 4, sondern in "Neue Reformation" Nr 50 enthalten:
Kardinal Schönborn in der Sonntagskrone 7.11.2010:
„Wir können uns Gott nicht vorstellen. Aber wir können an Ihn glauben und ahnen, dass Er da ist.”
Die Verwendung seines Zitates wurde mir von Herrn Kardinal Schönborn genehmigt.

"Ahnen" meint Kardinal Schönborn, also nicht "wissen" entgegen der sonst üblichen dogmatischen Verkündigungen!
Glauben "wollen" ist dienlich; ohne "wollen" keine Fähigkeit zur Gläubigkeit.

Neue Worte Kardinal Schönborns am Jahresanfang 2016 mit großem Interesse gefunden:
"Niemand hat Gott je gesehen"

Martin Luther, Quelle Pfarrerin Dr. Ines Knoll im Radio am 12.4.2008:
»Auf dem Nichts zu stehen, das müsse der Glaube lernen«
Na also, total agnostisch!

Ein "Apropos" für die beamteten Seelenfischer von
Mahatma GHANDI:
"Es ist müßig davon zu reden, daß wir Seelen für Gott gewinnen wollen. Ist Gott so hilflos, dass er nicht von sich aus Seelen für sich gewinnen könnte? Religion ist immer die persönliche Angelegenheit jedes einzelnen."


In Wikipedia gibt es eine umfangreiche Informationsquelle mit vielen wertvollen Links:

https://de.wikipedia.org/wiki/Theodizee


Rudolf Fiala
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